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Cary D. Kerr, 46, wurde am 3. Mai 2011 in Texas hingerichtet. Er war der erste Häftling des Staates, der mit der neuen Mixtur hingerichtet wurde, die Pentobarbital enthielt. Kerr äußerte Liebe und Dankbarkeit an Freunde und Verwandte. Dann betonte er, für das Verbrechen nicht verantwortlich gewesen zu sein. „Ich bin ein unschuldiger Mann“, sagte Kerr. „Vertraue nie einem vom Gericht bestellten Anwalt“. Eine letzte Berufung wurde vom Obersten US Gerichtshof abgelehnt. Einwände gegen die Umstellung der Gifte im aktivsten Staat mit Todesstrafe wurden nicht vorgebracht. Stattdessen konzentrierte sich die Berufung darauf, dass einer seiner früheren Anwälte ihn während seiner Berufungen in Bezug auf seine Verurteilung und die Todessstrafe im Stich gelassen hat. |
Weshalb liegt im Fall von Cary Kerr Unschuld nahe?
Wie war es möglich, dass Cary Kerr verurteilt und hingerichtet wurde?
Das Opfer in diesem Fall, Ms. Pamela Horton, wurde an der
Straßenseite gefunden, bekleidet nur mit einer abgeschnittenen Blue
Jeans Shorts.
Horton und Cary Kerr lebten 5 1/2 Monate in demselben Trailer Park.
Sie kannten sich, waren Freunde und verbrachten auch ab und zu Zeit
miteinander. In der Nacht in der Pamela Horton ermordet wurde, waren
sie und Cary zuvor am Abend zusammen gewesen. Sie hatten
ausschließlich "oralen" Sex miteinander und danach verließ Pamela
Horton sein Haus und ging zu ihrem Haus, gegen 0.30 Uhr morgens. Sie
kam niemals dort an.
Ihre Leiche, die an der Straßenseite lag, wurde um 2.05 Uhr morgens
in der Mitte zwischen ihrem und Carys Haus gefunden. Sie war laut
Berichten von Polizei und Staatsanwaltschaft geschlagen,
stranguliert und dann von einem Fahrzeug überfahren worden. Die
Polizei fand einen Reifenabdruck auf dem Oberschenkel von Ms. Horton
und gab an, dass sie überfahren wurde, um damit das Verbrechen zu
vertuschen.
Als die Polizei dort ankam, wo Ms. Hortons Leiche auf der Straße
lag, kam Cary dorthin und versuchte der Polizei zu erklären, dass er
sie kannte und dass sie sogar am diesem Abend zusammen gewesen
waren. Cary versuchte der Polizei von einem dunklen Auto zu
erzählen, welches in der Nähe der Leiche geparkt war, aber die
Polizei ignorierte ihn und man sagte ihm, er solle in einem
Polizeiauto warten bis ein Beamter kommt.
Nachdem ein Beamter erschien, gestattete man Cary mit ihm zu
sprechen. Er erlaubte der Polizei sein Fahrzeug zu durchsuchen. Der
Beamte teilte Cary mit, das für ihn ausreiche, dass er mit dem Opfer
vorher am Abend zusammen war. So wurde Cary dann festgenommen.
Nachdem er fast zwei Jahre auf eine Verhandlung warten musste, wurde
Cary D. Kerr im März 2003 für schuldig befunden und zum Tode durch
die Giftspritze verurteilt.
Der Fall gegen Cary D. Kerr basiert zu 100% auf Indizien und es
gibt faktisch keine Beweise, dass Mr. Kerr überhaupt ein Verbrechen
begangen hat.
Der Staatsanwalt hielt DNA-Beweise vor Mr. Kerrs Strafverteidiger
zurück, die beweisen, dass Mr. Kerr nicht der Täter war. Erst als
ein DNA Experte für den Staat aussagte, erfuhren seine
Verteidigungsanwälte von den DNA Beweisen, die Mr. Kerr von dem
Verbrechen ausschlossen. Der Staatsanwalt erklärte den Geschworenen,
sie hätten diese DNA Beweise nicht zu berücksichtigen, sie würden
nicht zu Mr. Kerr gehören. Die Staatsanwaltschaft erklärte, nur weil
sie nicht zu ihm passen, bedeutet das nicht, dass er es nicht
gewesen war. Die Staatsanwaltschaft erklärte: "Denken Sie gar nicht
darüber nach."
Der Ankläger erklärte den Geschworenen dass Mr. Kerr Ms. Horton in
der Nacht gerade erst getroffen habe und Vorteil daraus gezogen
habe, dass sie betrunken war. Der Ankläger erklärte weiter, dass Mr.
Kerr ein Löwe war, der jahrelang Frauen verfolgt habe und der
Polizei seit Jahren ausgewichen war. Sie behaupteten, dass Mr. Kerr
ein Serien-Vergewaltiger sei, ein Löwe, der Gazellen jagte.
Der Ankläger sagte den Geschworenen, dass Mr. Kerr Ms. Horton
sexuell belästigt habe, während er sie mit einem blutigen Knüppel
schlug und sie zu Tode würgte. Er legte ihren toten Körper dann in
sein Fahrzeug, um sie in abgelegene Wälder zu bringen. Aber bevor er
dorthin kam, öffnete Ms. Horton "obwohl tot" versehentlich die
Autotür und fiel aus dem Auto auf die Straße. Die Anklage erklärte
dann, als Ms. Horton aus dem Fahrzeug fiel, überfuhr Mr. Kerr sie
mit seinem Fahrzeug um so zu versuchen, das Verbrechen zu vertuschen.
Der Ankläger erklärte den Geschworenen, dass man deshalb keine
Beweise dafür finden konnte, weil Mr. Kerr nach Hause fuhr, duschte
und dann in seinem Heim alle Beweise entfernte!
Der leitende Ermittler in Mr. Kerrs Fall, Glen Diviney, war dafür
bekannt, mit Beweismitteln zu manipulieren. Mr. Glen Diviney
bezeugte, dass er um 4.00 Uhr morgens zum Haus von Mr. Kerr ging, um
sich dort umzusehen. Mr. Diviney hatte keinen Durchsuchungsbefehl
und auch nicht Mr. Kerrs Erlaubnis und war allein. Er gab an, dass
die Tür nicht abgeschlossen war, er aber nicht eintrat. Ms. Hortons
BH wurde zerrissen gefunden, er lag direkt hinter der Tür, nahe Mr.
Kerrs sauberer und gefalteter Wäsche auf der Couch. Mr. Glen Diviney
sollte die Durchsuchung von Mr. Kerrs Haus um 7.00 Uhr leiten, aber
aus einem unerfindlichen Grund tauchte er dort nicht auf und sagte
den kriminaltechnischen Ermittlern, sie sollten ohne ihn
weitermachen.
Die Geschworenen durften nicht hören, dass dieser Beamte bereits
Beweismittel in anderen Fällen manipuliert hatte. Der Richter
verweigerte der Verteidigung diese Beweise zu Mr. Kerrs Gunsten
vorzutragen.
In der Vagina des Opfers wurde Samen gefunden, der nicht zu Cary
Kerr gehörte. Es wurden Hautzellen am Büstenhalter des Opfers
gefunden, die weder mit denen von Mr. Kerr noch denen von Ms. Horton
übereinstimmten. Dies beweist, dass jemand anderes als Mr. Kerr Ms.
Horton angriff und sich sexuell an ihr verging.
Es gab ein blondes Haar, das die Polizei von Mr. Kerrs Bartstoppeln
entfernte und Spurenexperten konnten das einzelne Haar nicht dem
Opfer zuordnen. Das Haar hatte nicht dieselbe Länge wie das Haar des
Opfers und war nur ähnlich in der Farbe blond. Ms. Horton war nicht
die einzige Blondine in dem Club gewesen und Mr. Kerr hatte auch mit
anderen Frauen getanzt, einige waren blond und andere brünett. Der
Reifenabdruck, der auf dem Oberschenkel des Opfers gefunden wurde,
passte zu keinem der Reifen an Mr. Kerrs Fahrzeug.
Das Opfer wurde blutig geprügelt mit etwas, das die Ankläger eine
„blutige Keule“ nannten. Das Opfer hatte 26 Platzwunden am Kopf und
Oberkörper und hatte eine Menge Blut verloren. Die Polizei und
Untersuchungsbeamten fanden keinerlei Blut oder Gewebe in Mr. Kerrs
Fahrzeug, von dem behauptet wurde, dass es das Fahrzeug war, das Ms.
Horton überfuhr. Die Polizei und Untersuchungsbeamten fanden auch
keinerlei Blut oder Gewebe an oder sogar unter Mr. Kerrs Fahrzeug.
Die Polizei und Untersuchungsbeamten fanden keinerlei Blut oder
Gewebe in Mr. Kerrs Haus und sie fanden keinerlei Blut oder Gewebe
an Mr. Kerr selbst. Die Polizei und Untersuchungsbeamten fanden auch
keinerlei Waffe, besonders nicht die „blutige Keule“ die Mr. Kerr
benutzt haben soll. Als das Heim von Mr. Kerr untersucht wurde,
fanden sich dort keine Anzeichen irgendeiner Gewalttat und keine
Beweise, die die Behauptungen der Anklage stützten.
Ein Augenzeuge sagte den Ermittlern der Verteidigung, dass er einen
weißen Landrover gesehen hatte, der an der Stelle anhielt, an der
die Leiche des Opfers lag und ein Mann weißer Hautfarbe ausstieg.
Dieser weiße Mann war etwa 1,75 bis 1,78 m groß und hatte eine
Tätowierung an seiner linken Schulter. Weder besaß Mr. Kerr einen
weißen Landrover noch fuhr er einen und Mr. Kerr ist 1,87 groß und
hat keine Tätowierung an einer seiner Schultern. Mr. Kerrs Fahrzeug
war ein Dodge Raider suv (kleiner Zweitürer) und es war blau, silber
und schwarz. Während der Gerichtsverhandlung änderte der Augenzeuge
die Farbe des Landrovers in blau (nur blau) und gab an, dass das
Auto, das er sah ein "Landrover" "mit Sicherheit ein Landrover" war.
Der medizinische Gutachter, Dr. Konzelman, bezeugte, dass er bei dem
Angeklagten Mr. Kerr nicht feststellen konnte, dass dieser einen
sexuellen Missbrauch begangen hatte. Der sexuelle Missbrauch war es
jedoch, der den Fall zu einem Kapitalverbrechen machte.
Fallzusammenfassung mit Auszügen aus dem Prozessprotokoll
Der medizinische Gutachter bezeugte, dass Ms. Horton ihren
Angreifer abwehrte und dass er Beweise fand, die dies belegten,
sagte dann aber weiter aus, dass er nicht wisse, was er mit den
Fingernägeln und anderen Proben aus dieser Untersuchung getan hat.
Wo ist diese offensichtlich verlorene DNA?
Der leitende Untersuchungsbeamte ist dafür bekannt, MIT
BEWEISMITTELN ZU MANIPULIEREN. Das geht sowohl aus seinen
Personalunterlagen als auch aus den Gerichtsunterlagen hervor. Es
gab einen ehemaligen Polizeibeamten, der bereit war, für Mr. Kerr
über diese Vorwürfe gegen den Beamten auszusagen. Der Prozessrichter
gestattete den Geschworenen nicht, diese Informationen anzuhören.
Die Polizei ließ es zu, dass ein dunkles Fahrzeug den Tatort
verließ, welches bei ihrem Eintreffen in der Nähe der Leiche geparkt
war. Der Unfall-Techniker (EMT) zeigte dieses Fahrzeug der Polizei
als verdächtig an. Dies ist genau dasselbe Fahrzeug, welches Mr.
Kerr der Polizei beschrieben hatte, das wurde jedoch ignoriert, so
dass der Fahrer wegfuhr, ohne dass seine Identität festgehalten
wurde.
Die Staatsanwaltschaft fügte 60 Tage vor Prozessbeginn die
zusätzliche Anklage „Raub“ hinzu. Mr. Kerr wurde beschuldigt, eine
Geldbörse/Terminkalender vom Opfer gestohlen zu haben. Es gab eine
junge Frau, die während der gesamten Verhandlung bei der Familie des
Opfers im Gerichtssaal saß und zuhörte, wie verschiedene Zeugen über
diese fehlende Brieftasche/Terminkalender aussagten. Auch die
Familie des Opfers bezeugte, dass die Brieftasche/Terminkalender
fehlte. Ganz zum Schluss der Verhandlung, während der letzten Pause,
sagte der Staatsanwalt dem Richter, dass diese junge Frau ihm gesagt
hätte, dass sie seit 23 Monaten im Besitz der vermissten
Brieftasche/Terminkalender war. Warum hat die junge Frau das nicht
zu Beginn Zeugenvernehmungen gesagt? Weil dies ein Mittel der
Anklage war, um Mr. Kerr schlecht dastehen zu lassen und mittels der
Zeugenaussagen bei den Geschworenen Gehör zu finden.
DDer Ankläger sagte dem Prozessrichter, dass die Anklage wegen des
Raubes wegen der neuen Erkenntnisse fallenlassen wird. Der Richter
versäumte es, die Geschworenen anzuweisen, dass sie die gesamten
Aussagen wegen des Raubes ignorieren müssten, weil die
Brieftasche/Terminkalender ja in Wirklichkeit nicht verschwunden
war.
Cary D. Kerr wurde verurteilt aufgrund übereifriger Ankläger in
Kombination mit faulen und inkompetenten Pflichtverteidigern.
Mr. Kerrs Pflichtverteidiger taten sehr wenig, um ihm zu helfen. Sie
haben keine weitläufigen Untersuchungen im Fall ihres Klienten
vorgenommen und weigerten sich, Mr. Kerr die Beweismittel einsehen
zu lassen, die der Staat gegen ihn vorbringen wollte. Seine Anwälte
sagten, es gäbe keine Beweismittel einzusehen. Mr. Kerrs Anwälte
erwähnten außerdem gegenüber den Geschworenen mehrmals, dass sie als
Strafverteidiger nichts weiter zu tun hätten als lediglich anwesend
zu sein. Sie hätten nicht zu beweisen, dass Mr. Kerr unschuldig sei
und denn es sei die Aufgabe des Staates zu beweisen, dass Mr. Kerr
das Gesetz gebrochen hätte! "Alles, was wir als Mr. Kerrs Anwälte zu
tun haben, ist einfach anwesend zu sein."
Der leitende Detektiv im Fall von Mr. Kerr gab an, dass er keine
vollständige Untersuchung vorgenommen hatte, wie es eigentlich seine
Aufgabe gewesen ist. Er gab an: "Ich hätte eine vollständige
Untersuchung vornehmen müssen, habe es aber nicht getan. Ich
wünschte, ich hätte es getan!"
Die Ankläger im Verfahren gegen Mr. Kerr forderten die Geschworenen
auf, die DNA Beweise, die Mr. Kerr ausschlossen, nicht zu
berücksichtigen. Dass sie noch nicht einmal darüber nachdenken
sollten! Die Ankläger sagten den Geschworenen ebenfalls, dass Mr.
Kerr ein Serien-Vergewaltiger sei, dass er Frauen aufgelauert habe
und der Polizei für lange Zeit entkam. Dies war eine Lüge, gegen die
die Verteidiger zwar Einspruch erhoben, was aber nichts daran
änderte, dass es gesagt und von den Geschworenen zur Kenntnis
genommen wurde. Mr. Kerr war niemals wegen Vergewaltigung verurteilt
worden, ist nicht als gewalttätig bekannt und wurde auch nie zuvor
wegen eines Gewaltverbrechens angeklagt.
Alles in allem war die Verurteilung von Cary D. Kerr möglich, weil
die Ankläger logen, die Geschworen irregeleitet haben und ihnen
sagten, sie sollen DNA Beweise nicht berücksichtigen. Dies verletzte
sowohl Mr. Kerrs verfassungsmäßig Rechte als auch die Gesetze des
Staates Texas. Mr. Kerrs Pflichtverteidiger versäumten es, Mr. Kerr
effektiv zu vertreten und in dem Fall zu ermitteln. Sie waren
unfähig und/oder unwillig die Anklagepunkte gegen Mr. Kerr
anzufechten… aber sie waren anwesend!
In den Berufungen gingen die Probleme mit den Anwälten weiter, so dass er auch dort niemals eine wirkliche Chance hatte.